2-2 Förder- und Leistungsentwicklung

Vom Beginn der Kohlenförderung im Jahre 1903 bis 1913, dem letzten Jahr vor dem ersten Weltkrieg, steigt die Jahresfördermenge nach Rückgängen 1905 durch Bergarbeiterstreik und 1909 durch 17 Feierschichten stetig auf rd. 0,7 Millionen Tonnen Kohlen. Die tägliche Fördermenge erhöht sich von 180 Tonnen Kohlen 1904 auf 2.267 Tonnen Kohlen 1913.

Noch im Jahre 1905 beschränkt sich der Abbau auf einige Gaskohlenflöze nördlich der Schächte, während im südlichen Feldesteil erst die Vorrichtung beginnt. Bedingt durch den Streik werden nur rd.37.000 Tonnen Kohlen gefördert. Im folgendem Jahr mit Abbauaufnahme im Südfeld steigt die Förderung bereits auf das Vierfache. Das Jahr 1907 bringt den ersten Betriebsüberschuß. Nach weiterhin günstigem Aufschluß des Südfeldes und Inangriffnahme der im Norden anstehenden Fettkohlenflöze nimmt die Förderung derart zu, daß im Jahre 1913 Ewald Fortsetzung die rd. fünf Jahre früher in Betrieb gegangene Schachtanlage Ewald 3/4 fast eingeholt hat.

Besondere Bedeutung für die Weiterentwicklung der Zeche gewinnt die Fettkohle. Sie setzt die Gewerkschaft in die Lage, Koks herzustellen und daraus sowie aus den dabei gewonnenen “Nebenerzeugnissen” erheblichen Nutzen zu ziehen. Die Anlagen zur Kokserzeugung und Kohlenwertstoffgewinnung gehen 1911 in Betrieb.

Die Leistung je Mann und Schicht ohne “maschinelle Querschlagsbetriebe”, wie sie damals bezeichnet wird, steigt bis 1913 von 0,3 auf 1,07 Tonnen und wird erst 1927 in dieser Höhe wieder erreicht. Sie ist ohne bergmännische Unternehmer, aber einschließlich Arbeiter im Betrieb über Tage zu verstehen. Die Jahre hatten 292 bis 302 Arbeitstage mit Ausnahme von 1909, bedingt durch den Streik mit nur 282 Arbeitstagen. Die Berggesetznovelle von 1905 beschränkt die Grubenschichtzeit bis 1913 auf 8 1/2 Stunden. Ruhetage waren nur Sonntage und hauptsächlich kirchliche Feste. Wegen schlechter Förderung werden zum Teil auch Überschichten verfahren.

Die Gesamtbelegschaft für Grube, Sieberei, Wäsche, Verladung, Kesselhaus, Werkstätten und Ziegelei vervierfacht sich von 582 Mann, davon 496 Mann in der Grube in 1904, auf 2.389 Mann einschließlich Kokerei in 1913.

Im Jahre 1913 werden bei 299 Arbeitstagen mit 677.905 Tonnen die bis dahin höchste Jahresfördermenge und mit 1,07 Tonnen die beste Leistung je Mann und Schicht erreicht.

Förderung

 Förderung

Der Gesamtdurchschnittslohn beträgt 6,02 Mark und je Tonne Verkaufskohle betragen die Selbstkosten 9,10 Mark und der Verkaufspreis 12,24 Mark.

Laut Geschäftsbericht werden aus 335.000 Tonnen Kohlen oder der Hälfte der Förderung mit 135 Öfen 257.000 Tonnen Koks, 14.000 Tonnen Teer, 4.450 Tonnen Ammoniak und 2.750 Tonnen Benzol erzeugt, die guten Absatz finden.

Das Ergebnis würdigt der Geschäftsbericht wie folgt: “Dieser Mehrüberschuß ist in erster Linie auf die erheblich höhere Förderung, nicht zuletzt aber auch auf den weiteren Ausbau und die überaus günstige Entwicklung unserer Schachtanlage Ewald Fortsetzung zurückzuführen. Der Überschuß dieser Schachtanlage allein einschließlich sämtlicher Nebenbetriebe stellte sich auf Mark 2.225.496 gegen 730.113 Mark im Jahre 1911. Außerdem bleibt noch zu erwähnen, daß der Durchschnittserlös für Kohlen infolge Erhöhung der Preise und Ermäßigung der Umlage sowie Bewertung der gewaschenen Feinkohle als Kokskohle um rd. 10 % gestiegen ist."